Cross-Team

Hart, härter, Arosa Trailrun

„Endlich wieder Wettkampf!“ Das war das Motto als ich mich um 4 Uhr morgens mit meinen Kollegen Björn Pollul und Jan Faller aus Breitnau auf den Weg zum Arosa Trailrun in die Schweiz machte.
Einige Stunden später und nach einem kleinen Schläfchen sind wir in Arosa angekommen.
Uns stach sofort die extrem schöne Landschaft ins Auge. Da Arosa eine Sackgasse ist, ist der Ort quasi von Bergen umzingelt. Also ein absoluter Tipp für jeden Outdoor-Freund!
Aber wir waren ja schließlich nicht zum relaxen da, sondern wollten uns nach der langen Wettkampfpause mal wieder so richtig einen einschenken!
Natürlich war die Corona Pandemie auch hier allgegenwärtig und so war im Start/Ziel Gelände Maskenpflicht.
Außerdem erfolgte der Start auf den ersten hundert Meter mit Mundschutz.
Nach einem warm up, das auch von den so sehr vermissten „pre race nerves“ begleitet wurde, viel endlich der Startschuss.
Die Strecke war extrem anspruchsvoll und so mussten wir auf den 22 km ca. 1200 Höhenmeter bewältigen.
Nach dem Start ging die Kraxelei auch schon los und es ging von Anfang an immer stetig bergauf. Nach einem relativ schnellen und schmerzvollen Start habe ich meinen Rhythmus gefunden, obwohl ich hin und wieder einsehen musste, dass andere Läufer dann doch besser bergauf laufen konnten.
Der erste Anstieg war super schwer und ging aufs Weisshorn, dem höchsten Punkt der Strecke. Dort hatte man schon ungefähr 900 HM geschafft.
Oben angekommen wurde man vom Applaus der Zuschauer motiviert und doch schmerzten die Beine so sehr, dass hier auch das Ziel hätte stehen können.
Nach einem sehr steilen bergab Stück habe ich dann den letzten längeren Anstieg hinauf zum Hörnli in Angriff genommen. Die Beine waren, auch vom bergab laufen, extrem platt und teilweise war joggen nur schwer möglich, so dass ich auch einige Schritte gehen musste.
Auf dem Hörnli gab es eine letzte Verpflegungsstelle, bevor es den langen und zähen Weg hinab nach Arosa ging.
Von hier ging es (fast) nur noch bergab, was die Sache jedoch nicht wirklich einfacher machte.
Jeder Schritt war nun schmerzhaft und ich sehnte das Ziel herbei.
Den wunderschönen Bergsee am Rand der Strecke konnte man so auch nur bedingt genießen.
Als ich es dann doch irgendwie auf den letzten Kilometer geschafft hatte, versuchte ich die Stimme in mir zu ignorieren, die mich anflehte doch bitte langsamer zu laufen.
Ich kämpfte mich die leicht ansteigende, nicht zu Ende gehen wollende Straße zum Ziel hoch. Dort angekommen stoppte ich mit letzter Kraft meine Uhr und ließ mich dann erleichternd auf den Boden fallen.
Das war hart! Ich spürte wie die Fingerspitzen durch das viele Laktat kribelten. Gleichzeitig machte sich eine tiefe Zufriedenheit in mir breit. Ich hatte alles gegeben!
Meine Kollegen machten super starke Rennen und warteten schon im Ziel, um mich mit Cola und Wasser wieder unter die Lebenden zu holen😃
Insgesamt war es ein starkes Rennen von uns allen und Björn erzielte als sechster Gesamt sogar ein Podiumsplatz in der Altersklasse. Jan lief auf einen überragenden achten Platz gesamt und ich bin mit meinem siebzehnten Rang gesamt auch immer noch sehr zufrieden.
Nach einem kurzen „Eisbad“ im See und einer wohlverdienten Massage ging es dann wieder zurück in den Schwarzwald.

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